Monat: Oktober 2019

Papier gegen Plastiktüten – was ist wirklich besser?

Wer kennt es nicht? Die Urlaubsfreude wird durch den ganzen Müll am Strand getrübt. Schildkröten verenden, weil sie Plastik nicht von Quallen unterscheiden können. Im Pazifik befindet sich ein Müllstrudel mit mehr als der vierfachen Größe Deutschlands. Unser Planet erstickt in Plastik. Eine Teilschuld trägt dabei der fahrlässige und verschwenderische Umgang mit Plastiktüten. Doch sind Papiertaschen wirklich die bessere und umweltfreundlichere Alternative?

Vor- und Nachteile im Vergleich

Zunehmende Dürren, Hochwässer und weitere Wetterextreme werden häufiger. Wer nicht erkennt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist, sollte an seinem gesunden Menschenverstand zweifeln. Dabei kann jeder etwas für eine bessere oder zumindest weniger schlimme Zukunft tun – die Wegwerfphilosophie muss ein Ende finden. Dies macht eine erschreckende Zahl deutlich: weltweit werden pro Minute eine Million Plastiktüten verwendet. Oftmals wird dabei nur der aktuelle Einkauf verstaut und danach wandert die Tüte in den Müll oder, noch schlechter, wird in der Umwelt entsorgt.

Auf den ersten Blick sehen Papiertaschen, insbesondere wenn diese unbedruckt und nicht gefärbt sind, umweltfreundlicher aus. Doch ist dies tatsächlich so? Die meisten Papiertüten bestehen nicht aus recyceltem Material, obwohl es den Anschein macht. Durch die benötigte Reißfestigkeit und Tragekraft muss für die Herstellung der langen und stabilen Fasern frisches Material verwendet werden. Um in der Ökobilanz einen Vorteil gegenüber den konventionellen Plastikbeuteln zu erzielen, muss eine Tasche aus Papier mindestens vier Mal häufiger benutzt werden. Wenn man sich bei jedem Einkauf eine Papiertüte nimmt und diese danach wegwirft, hat man demzufolge keine gute Tat für die Umwelt getan. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wie man erkennen kann, sind die reinen Produktionsbedingungen von Beuteln aus Kunststoff ökologisch und ökonomisch weniger ressourcenverbrauchend als von Papiertaschen. Des Weiteren bieten erstere den Vorteil, dass die darin befindlichen Waren trocken bleiben.

Gibt es weitere Alternativen?

In vielen Läden gibt es neben den beiden bereits genannten Varianten noch Beutel aus Baumwolle zu kaufen. Die Produktion dieser Behältnisse verbraucht dabei jedoch ein Vielfaches an Ressourcen im Vergleich zu Plastik- oder Papiertüten. Diesbezügliche Studien ergaben, dass sich eine Baumwolltasche erst rentiert, wenn diese 50 bis 150 Mal verwendet wird.

Egal ob nun Plastik-, Stoff- oder Papiertaschen benutzt werden, es ist wichtig sich immer vor Augen zu führen, dass jede neue Tüte die Umwelt in gewisser Weise belastet und Rohstoffe verschwendet werden. Am besten ist es die bereits vorhandenen Taschen und Tragemittel, wie zum Beispiel auch Rucksäcke, zu verwenden. Nur weil man eine Tüte ein Mal benutzte, heißt das nicht, dass diese gleich schlecht ist. Im Normalfall kann man jeden Beutel mehrmals verwenden. Insbesondere sollte man darauf auch beim Kauf von Obst und Gemüse achten. Die Natur hatte Jahrtausende und Jahrmillionen Zeit den Früchten eine geeignete „Verpackung“ zu verpassen – es ist nicht nötig diese für den Weg nach Hause in kleine Beutel zu verpacken.

Papier oder Plastik – welche Tüte ist umweltfreundlicher?

Verbraucher greifen bei Möglichkeit lieber zur Papiertüte – man will der Natur damit etwas Gutes tun. Doch entgegen der landläufigen Meinung sieht es um die Ökobilanz der Papiertüte gar nicht mal so rosig aus. Wie es um die Ökobilanz beider Materialien wirklich steht und welche Alternativen tatsächlich gut für die Umwelt sind, erfahren Sie hier. 

Papier vs. Plastiktüte

Warum die Plastiktüte so verbreitet ist

Alleine in Deutschland werden jährlich ungefähr 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Damit ist die Anzahl zwar seit dem Jahr 2000 um eine Milliarde gesunken, jedoch verheißen die Zahlen nichts Gutes. Durch den maßlosen Konsum entstehen jährlich rund 95.000 Tonnen Plastik-Müll alleine in Deutschland. Für die Industrie ist die Plastiktüte eine lukrative Alternative zur Papiertüte, da sie sehr günstig in der Herstellung ist. Auch verursacht die Produktion kaum Emissionen. Plastiktüten besitzen ein sehr niedriges Eigengewicht bei zeitgleich hoher Reißfestigkeit, wodurch sie sich günstig transportieren lassen. Auch die Verarbeitung ist sehr unkompliziert. Allerdings sind die Vorräte an Erdöl endlich, weshalb eine Alternative erforderlich ist. Der biologische Abbau der Tüte dauert Jahrtausende, weshalb die Tütchen letztendlich in Form von schädlichem Mikro-Plastik im Meer und folglich in der Nahrungskette landen.

Die Papiertüte als umweltfreundliche Alternative

Papiertüten sind biologisch abbaubar und Holz ist eine nachhaltige Rohstoffquelle, daher ist die Papiertüte die umweltfreundliche Alternative zur Plastiktüte – so zumindest der Gedankengang vieler. Fakt ist leider, dass die Herstellung der Papiertüten etwa die doppelte Menge an Energie benötigt. Auch werden bei der Herstellung der Papiertüten Umweltgifte wie Schwefeloxid, Stickoxid und weitere Chemikalien frei. Durch das hohe Gewicht der Papiertüten entstehen durch den Transport höhere Emissionswerte. Auch bezüglich der Wiederverwendbarkeit können Papiertüten nicht mithalten, da sie weder wasserabweisende Eigenschaften noch eine ausreichende Reißfestigkeit besitzen. Eine akzeptable Alternative zur Plastiktüte bietet auch die Papiertüte leider nicht.

Tüten aus Baumwolle als Lösung

Die Herstellung von Tüten aus Baumwolle verursacht hohe Emissionen. Zum Vergleich: eine Papiertüte verursacht den Ausstoß von 60 Gramm Kohlendioxid. Eine Plastiktüte verursacht den Ausstoß von 120 Gramm Kohlendioxid. Bei einer Baumwolle werden ganze 1.700 Gramm Kohlendioxid freigesetzt. Allerdings lässt sich eine Tasche aus Baumwolle unzählige Male wiederverwenden, wodurch sich dieser Wert wieder ausgleicht. Grundsätzlich kommt es weniger auf das Material der Tüte an, sondern vielmehr darum, wie oft sich eine Tüte wiederverwenden lässt.

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