Wer kennt es nicht? Die Urlaubsfreude wird durch den ganzen Müll am Strand getrübt. Schildkröten verenden, weil sie Plastik nicht von Quallen unterscheiden können. Im Pazifik befindet sich ein Müllstrudel mit mehr als der vierfachen Größe Deutschlands. Unser Planet erstickt in Plastik. Eine Teilschuld trägt dabei der fahrlässige und verschwenderische Umgang mit Plastiktüten. Doch sind Papiertaschen wirklich die bessere und umweltfreundlichere Alternative?

Vor- und Nachteile im Vergleich

Zunehmende Dürren, Hochwässer und weitere Wetterextreme werden häufiger. Wer nicht erkennt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist, sollte an seinem gesunden Menschenverstand zweifeln. Dabei kann jeder etwas für eine bessere oder zumindest weniger schlimme Zukunft tun – die Wegwerfphilosophie muss ein Ende finden. Dies macht eine erschreckende Zahl deutlich: weltweit werden pro Minute eine Million Plastiktüten verwendet. Oftmals wird dabei nur der aktuelle Einkauf verstaut und danach wandert die Tüte in den Müll oder, noch schlechter, wird in der Umwelt entsorgt.

Auf den ersten Blick sehen Papiertaschen, insbesondere wenn diese unbedruckt und nicht gefärbt sind, umweltfreundlicher aus. Doch ist dies tatsächlich so? Die meisten Papiertüten bestehen nicht aus recyceltem Material, obwohl es den Anschein macht. Durch die benötigte Reißfestigkeit und Tragekraft muss für die Herstellung der langen und stabilen Fasern frisches Material verwendet werden. Um in der Ökobilanz einen Vorteil gegenüber den konventionellen Plastikbeuteln zu erzielen, muss eine Tasche aus Papier mindestens vier Mal häufiger benutzt werden. Wenn man sich bei jedem Einkauf eine Papiertüte nimmt und diese danach wegwirft, hat man demzufolge keine gute Tat für die Umwelt getan. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wie man erkennen kann, sind die reinen Produktionsbedingungen von Beuteln aus Kunststoff ökologisch und ökonomisch weniger ressourcenverbrauchend als von Papiertaschen. Des Weiteren bieten erstere den Vorteil, dass die darin befindlichen Waren trocken bleiben.

Gibt es weitere Alternativen?

In vielen Läden gibt es neben den beiden bereits genannten Varianten noch Beutel aus Baumwolle zu kaufen. Die Produktion dieser Behältnisse verbraucht dabei jedoch ein Vielfaches an Ressourcen im Vergleich zu Plastik- oder Papiertüten. Diesbezügliche Studien ergaben, dass sich eine Baumwolltasche erst rentiert, wenn diese 50 bis 150 Mal verwendet wird.

Egal ob nun Plastik-, Stoff- oder Papiertaschen benutzt werden, es ist wichtig sich immer vor Augen zu führen, dass jede neue Tüte die Umwelt in gewisser Weise belastet und Rohstoffe verschwendet werden. Am besten ist es die bereits vorhandenen Taschen und Tragemittel, wie zum Beispiel auch Rucksäcke, zu verwenden. Nur weil man eine Tüte ein Mal benutzte, heißt das nicht, dass diese gleich schlecht ist. Im Normalfall kann man jeden Beutel mehrmals verwenden. Insbesondere sollte man darauf auch beim Kauf von Obst und Gemüse achten. Die Natur hatte Jahrtausende und Jahrmillionen Zeit den Früchten eine geeignete „Verpackung“ zu verpassen – es ist nicht nötig diese für den Weg nach Hause in kleine Beutel zu verpacken.